Lunas Armband entstand aus der Zusammenarbeit mit Mario Golden und Andreas Robertz im Rahmen des transatlantischen Projekts ‚Intimate Relations‘.
Erforscht werden sollte das komplexe Thema der Spätfolgen des Dritten Reichs auf die Psyche junger Frauen der dritten Generation sowohl in Deutschland als auch in den Vereinigten Staaten. Als Autorin des deutschen Parts nahm ich an mehreren Workshops teil, für die fünf Schauspielerinnen im Vorfeld Familienrecherche zum Thema unternommen hatten. Aus den Improvisationen und gesammelten Texten entstand das Stück Der Speicher, das sich im Laufe der Zeit zu Lunas Armband entwickelte.
Parallel zu unserer Schreib – und Spieltätigkeit in Deutschland arbeitete die New Yorker Autorin Robin Rice Lichtig mit jungen jüdischen Frauen am selben Thema. Daraus entstand das Stück Searching for a New Sun.
Im April 2010 stellten wir im Martin E. Segal Theatre Center, New York, beide Stücke in einer szenischen Lesung vor.
Lunas Armband wurde noch im selben Jahr im ehemaligen Waisenhaus der Jüdischen Gemeinde in Berlin, Pankow uraufgeführt. Die Schauspielerinnen der New Yorker Produktion waren zu Gast.
Wir haben alle aus dieser Erfahrung gelernt, vor allem, dass sich die Traumata des Holocaust und des Nationalsozialistischen Terrorregimes über Generationen hinweg vererben. Die Parallelrecherchen diesseits und jenseits des Atlantiks haben gezeigt, wie tief die Wunden noch sind und wie wichtig es ist, sich die Hand zu reichen und gemeinsam die Vergangenheit zu bewältigen.


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