La Seine Musicale, Paris 2025
Das Paradies und die Peri ist ein weltliches Oratorium von Robert Schumann, entstanden im Jahre 1843 und im selben Jahr in Leipzig uraufgeführt. Schumann hatte sich von dem Orient-Epos Lalla Rookh von Thomas Moore inspirieren lassen und zusammen mit Emil Flechsig, einem Lutherischen Geistlichen, das Libretto geschrieben.
Meine Aufgabe als Librettistin war es, einen genauen Blick auf die Sprache zu werfen und deren Pathos abzuschwächen. Auch wünschte die musikalische Leiterin Laurence Equilbey eine Abmilderung der religiösen Komponente.
Beim Studium der Gesangspartien stieß ich auf zahlreiche altertümelnde Satzkonstruktionen, die zum Teil auch falsche Betonungen verursachten und nicht mit den melodischen Bögen zusammenfielen. Diese versuchte ich durch passendere syntaktische Einheiten und stimmige Metaphern mit durchgängig sauberen Reimen zu ersetzen.
Beispiel: Dritter Teil, Tenor Solo
Alte Version:
„Und was fühlt er, der sünd´ge Mann,/
Der dort lehnt und sich nun entsann
so manchen Jahrs voll Schuld und Blut,
der auf des Lebens dunkler Flut//
umsonst späht nach dem Rettungspfade,/
wo nichts den Ölzweig bringt der Gnade!“
Neue Version:
„Und da durchfährt´s den matten Mann,/
wie er da lehnt und sich besann.
So manche Schuld und blut´ge Tat
hat er gesät als dunkle Saat,/
Umsonst ersehnt das Licht der Gnade,/
Doch nirgendwo ein Rettungspfade!“
Auch diese Produktion von 2025 ging noch im selben Jahr nach mehreren erfolgreichen Aufführungen in Paris als Gastspiel ans Theater an der Wien.
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